Der Eishockey-Blog von Held zu Held.

Spiel 7 – Ein verdammtes Spiel Sieben

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Halbfinale. Spiel 7. Womit haben wir das verdient? Gegen diese Salzburger! In Spiel 6 fehlten 36 Sekunden auf den Einzug ins Finale. Auch davor gab es bereits Chancen genug, die Serie vorzeitig dicht zu machen. Jetzt geht es heute Abend in Kagran also um alles. Siegen oder Sommer! Seit Jahren hat man gefühlt nicht mehr so viel Spannung rund um die Caps gespürt. Die Fans in einem Auf und Ab zwischen Verzweiflung und Jetzt-erst-recht. Auch die Spieler waren zumindest bis Mittwoch noch in einer Schockstarre nach der Niederlage in Spiel 6 in Salzburg vergangenen Dienstag. Ich werde die Gesichter der Wiener Spieler nach dem 2:2 lange nicht aus dem Gedächtnis bekommen. So knapp, so verdammt knapp vor dem Ziel gescheitert. Die Gefühlslage unter den Fans vor Ort war in der Pause vor der Overtime klar und eindeutig. Genauso war auch die Körpersprache der Spieler. Nach wenigen Minuten machte Herburger den Salzburger Deckel drauf. War klar. Da war einfach die Luft raus.

So und jetzt, knapp 3 Tage später, soll das alles wieder aus den Köpfen der Spieler raus sein? Es ist aus Wiener Sicht mehr als zu hoffen. Ein großartiger Grunddurchgang, eine noch bessere Zwischenrunde. Coach Cameron hat seine Ankündigung wahrgemacht und meinte sinngemäß: „My goal is to play the best hockey when it’s necessary, and that’s the playoffs“. Das beste Hockey sollte also dann gespielt werden, wenn es darauf ankommt – nämlich in den Playoffs. Gegen Znaim alles noch nach Plan, auch die ersten Spiele gegen Salzburg erfolgreich. Abwartend wenn notwendig, druckvoll, wenn erforderlich. In Spiel 3 dann der Umschwung. Der Beginn einer Serie an Fehlern im Verteidigungsdrittel, die uns ein ums andere Mal den Sieg kosteten. Was bringt die ausgefeilteste Taktik oder die beste Einstellung, wenn individuelle Schnitzer das Ganze zunichte machen. Spiel 6 in Salzburg eine klare Sache für die Capitals. Salzburg bemüht, aber letztendlich chancenlos gegen extrem disziplinierte Wiener mit einem Goalie, der wohl sein bestes Spiel im gelben Dress ablieferte. Tja, Ausgang bestens bekannt.

Doch was bringt das ganze Lamentieren? Es gibt nur einen Blick und der muss nach vorne gehen! Für das Team und gerade auch für die Fans. Endlich finden so viele Leute den Weg in die Halle, wie sich diese Serie verdient hat. Mehr als 7000 Zuschauer werden die Caps heute nach vorne peitschen, denn wie heißt es so schön „It’s only one game to win.“. Ja, es ist nur ein Spiel zu gewinnen um die gesamte Gefühlswelt wieder ins restlos Positive umzukehren. Einige Spieler sprachen zuletzt von einem Kindheitstraum und dass man für solche Spiele sein Leben lang trainiert. Als Fan können viele auf solche Spiele liebend gern verzichten. Spannend, aber doch zu nervenaufreibend, zu besitzergreifend, zu aufdringlich in den Mittelpunkt des Alltags stellend.

Der Einsatz von Rafael Rotter ist heute endlich wieder geplant. Man wird sehen, ob als substantieller Bestandteil des Teams oder eher als Maskottchen auf der Bank. Eigentlich aber nebensächlich. So wie alle anderen Faktoren rund um dieses Spiel 7 des Halbfinales, das sich eher nach einem Finalspiel anfühlt. Viele Tore oder nicht? Sieg in der Overtime? Empty Net? Was auch immer. Heute zählt nur der Aufstieg ins Finale! Liebe Mannschaft: Reißt’s euch zam! Liebe Fans: Gebt’s alles!

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von Alexander Pucher
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