Der Eishockey-Blog von Held zu Held.

Vienna Capitals – Alle Infos zu den Caps


Inhaltsverzeichnis
1. Geschichte der Vienna Capitals
2. Erste Bank Arena – Heimstadion der Caps
3. Die grĂ¶ĂŸten Erfolge der Vienna Capitals
4. Kultspieler der Wiener
5. Vienna Capitals Kader 2020/21


Wer an Eishockey in Wien denkt, kommt an den Vienna Capitals nicht vorbei. Die Caps sind seit mehr als einem Jahrzehnt Wiens Eishockey-Verein Nummer 1 und prĂ€gen die Eishockey-Landschaft in Österreich. Mit zwei Meistertiteln in der österreichischen Eishockeyliga, der heutigen ICE Hockey League, und zahlreichen Rekorden sind sie eines der ICE HL Teams, das jedes Jahr um den Titel mitspielt.

Auch im Kader der Wiener sind immer wieder richtige Liga-Stars und Kultspieler zu finden. Darcy Werenka, Bobby Wren oder Pat Lebeau sind Spieler, die in der Geschichte der Vienna Capitals so schnell nicht mehr zu vergessen werden. Mit der Erste Bank Arena verfĂŒgen die Wiener ĂŒber das grĂ¶ĂŸte und wohl modernste Eishockey-Stadion Österreichs.

Vereinsname:spusu Vienna Capitals
Standort:Wien, Österreich
Spitzname:Caps
Vereinsfarben:Gelb, Schwarz
Meistertitel:2
Heimstadion:Erste Bank Arena (7.022 Zuschauer)
GrĂŒndungsjahr:2001
PrÀsident:Hans Schmid
General Manager:Franz Kalla
Headcoach:Dave Cameron
Website:www.vienna-capitals.at

Geschichte der Vienna Capitals

Wien ist eine der Eishockey-Hochburgen in Österreich, die seit 2001 durch die Vienna Capitals reprĂ€sentiert wird. Die Caps sind aktuell der einzige Eishockeyverein der Hauptstadt in der höchsten Liga Österreichs und schafften es von Anfang an sich neben den besten Teams der Liga einzureihen und um den Titel mitzuspielen.

Die Wiener konnten sich lediglich ein einziges Mal nicht fĂŒr die Playoffs qualifizieren, holten im darauf folgenden Jahr aber gleich den ersten Meistertitel ihrer Vereinsgeschichte, welcher der erste Eishockey-Titel fĂŒr Wien nach 43 Jahren war. Dieser Titel fĂŒhrte wegen eines Tricks von Jim Boni im Finale 2005 auch dazu, dass die neue Farbe des Heimtrikots statt wie zuvor Schwarz, Gelb wurde.

Auf den zweiten Titel musste man insgesamt 12 Jahre warten. Doch auch in den Jahren dazwischen blieben die Vienna Capitals, die von VereinsprĂ€sident Hans Schmid und General Manager Franz Kalla angefĂŒhrt werden, nicht untĂ€tig.

Durch die Teilnahme an der European Trophy und der Champions Hockey League (seit 2014), bei der die Caps GrĂŒndungsmitglied sind, können sich die Wiener seit 2011 auch auf dem international Parkett prĂ€sentieren. Hinzu kommt seit Februar 2019 auch die Partnerschaft mit dem NHL-Verein Vegas Golden Knights, die mittlerweile ein wichtiger Bestandteil der Vienna Capitals ist und hilft dabei internationalen Erfahrungswerten zu sammeln und den Verein stetig weiter zu entwickeln.

Die heute als Erste Bank Arena bekannte Eishalle wurde 2011 rundum saniert und fĂŒr bis zu 7.022 Zuschauer ausgebaut. Eine dritte Eishalle wurde ergĂ€nzt und auch ein Parkhaus errichtete man unter dem neuen Eissportzentrum Kagran. Auch im Bereich der Jugendarbeit forcierte man den stetigen Ausbau der Nachwuchs Teams und etabliert eine Eishockey-Akademie in Wien.

Das seit 2017 existierende Farmteam der Vienna Capitals sammelt in der ungarischen ERSTE Liga und in der Alps-Hockey-League regelmĂ€ĂŸig Erfahrung und Spielpraxis, sodass immer mehr Jugendspieler den Weg vom Nachwuchs bis zum Profibetrieb direkt bei den Caps durchlaufen können. Spieler wie David Kickert, Patrick Peter, Dominic Hackl, Benjamin Nissner oder Ali Wukovits sind hier nur einige Beispiele.

Mit dem ersten Meistertitel 2005 und dem Triple-Sweep in der Rekordsaison 2016/17 schrieben die Wiener Geschichte. Aber auch in Sachen RĂŒckschlĂ€ge wissen die Wiener nicht zu geizen. Dabei blieben etwa die zwei verlorenen Final-Sweeps gegen Red Bull Salzburg (2015) und den KAC (2013) im GedĂ€chtnis oder auch der Re-Sweep im Halbfinale gegen die Black Wings Linz (2010).

Erste Bank Arena – Heimstadion der Caps

Die Erste Bank Arena ist das Heimstadion der Vienna Capitals. Mit einer Zuschauer-KapazitĂ€t von 7.022 ist sie die grĂ¶ĂŸte Eishalle Österreichs. Die Halle in Wien Kagran wurde im Jahr 1995 erstmals fertiggestellt und eröffnet. Auch damals war es das Ziel eine ganz besondere Eishalle fĂŒr die Eishockey-Weltmeisterschaft 1996 zu schaffen, die den höchsten internationalen Eishockey-Standards gerecht wird.

Durch die Glasfronten und das mittig abgesenkte Dach fiel die Albert-Schultz-Halle, wie sie bis 2018 hieß, auf jeden Fall auf. Damals hatten in der Wiener Eishalle bis zu 4.500 Zuseher Platz. So blieb es auch bis zum Saisonbeginn 2011, als der geplante Um- und Ausbau fertiggestellt war.

Seit 2011 bietet die Erste Bank Arena nicht nur 7.022 Zusehern Raum, sondern wurde auch um eine zusĂ€tzliche dritte Eishalle mit ebenfalls bis zu 1.000 Zusehern erweitert. Insgesamt besteht das Eissportzentrum Kagran seit dem Ausbau aus 3 Eishallen mit einem Parkhaus darunter. Außerdem war von nun an nicht mehr die Stadt Wien fĂŒr die Betreibung der Halle verantwortlich, sondern die Vienna Capitals selbst. 2018 gab die Albert-Schultz-Halle ihre Namen ab und nannte sich aufgrund des neuen Hallensponsors von da an Erste Bank Arena.

Die Halle besteht aus 4 HaupttribĂŒnen (TribĂŒne Ost und West als StehtribĂŒnen, TribĂŒne SĂŒd und Nord als SitztribĂŒnen) und 4 kleineren RĂ€ngen in den Ecken dazwischen. Der Ausbau der Halle macht es den Vienna Capitals möglich einzelne Bereiche, wie etwa die Ecken oder den Balkon bzw. Nord4 erst bei Bedarf zu öffnen.

FĂŒr große Spiele, wie es etwa in den Liga-Playoffs der Fall ist, kann die volle KapazitĂ€t ausgenutzt werden. So war es etwa auch bei internationalen Spielen und anderen Eishockey-Events. Beim internationalen Testspiel im Jahr 2015 zwischen Österreich und Kanada mit zahlreichen NHL-Stars war die Halle rappelvoll. Auch die KHL World Games 2018, wo sich der slowakische KHL-Verein Slovan Bratislava mit KHL Top-Teams wie CSKA Moskau und SKA St. Petersburg duellierte, waren ein Eishockey Highlight abseits des Liga-Geschehens mit den Vienna Capitals in der Erste Bank Arena.

Die grĂ¶ĂŸten Erfolge der Capitals

Wer von den Erfolgen der Vienna Capitals spricht, kommt nicht an den zwei Meistertiteln im Jahr 2005 und 2017 vorbei. Beide waren fĂŒr den Verein und seine Fans etwas ganz Spezielles. Der eine, weil es der erste Meistertitel fĂŒr eine Wiener Eishockeymannschaft nach 43 Jahren und zugleich der erste fĂŒr den jungen Verein der Vienna Capitals war. Der andere, weil niemand damit gerechnet hatte und die Art und Weise, wie der Titel geholt wurde auch die Konkurrenz beeindruckte.

Die Capitals spielten ihre vierte Saison der Vereinsgeschichte und sicherten sich in der Best-of-7-Finalserie 2005 gegen den KAC den ersten Meistertitel ĂŒberhaupt. Nach sechs AuswĂ€rtssiegen in der Serie griff der spĂ€tere Meistertrainer Jim Boni in die Trickkiste. Er ließ seine Mannschaft in den AuswĂ€rtstrikots (damals in Gelb) im eigenen Heimstadion antreten und es funktionierte. Die Wiener holten den Titel, die EisflĂ€che wurde von den Fans fĂŒr die Feier in Kagran gestĂŒrmt und die neue Farbe der Heimdressen war von nun an Gelb.

Auf den zweiten Meistertitel musste man lange warten, 12 Jahre um genau zu sein. Möglicherweise lag es daran, dass man den ersten Titel erst zu spÀt mit einem Championship Banner ehrte. Als der Banner der Meisterschaft aus der Saison 2004/05 dann im Februar 2015 unterm Hallendach hing, war es bald soweit.

In der Saison 2016/17 ging man eigentlich mit einem Kader, der fĂŒr viele nur gutes Mittelfeld war ins neue Jahr. Doch es schien alles zu passen: Erster im Grunddurchgang, Erster in der Zwischenrunde, 4:0 im Viertelfinale gegen die Innsbrucker Haie, 4:0 im Halbfinale gegen die Bolzano Foxes und schlussendlich nochmals 4:0 im Finale gegen den KAC. Es war die Season of Records fĂŒr die Caps.

Die Vienna Capitals waren das erste Team in der Liga-Geschichte, das die Meisterschaft mit einem Triple-Sweep gewann und kein einziges Playoff-Spiel verloren hatte. Hinzu kommt noch ein Punkterekord im Grunddurchgang mit 98 ZĂ€hlern, Ligarekord mit 33 Siegen im Grunddurchgang, nur 95 Gegentore (ebenfalls Rekord), Liga-MVP Riley Holzapfel und Youngstar des Jahres David Kickert. Meistertrainer Serge Aubin und Co-Trainer Craig Streu setzten in ihrer ersten Saison bei den Vienna Capitals ligaweit neue MaßstĂ€be.

Kultspieler in Wien – Diese Spieler prĂ€gten die Caps

Kultspieler, die den Verein ĂŒber Jahre hinweg prĂ€gen, gibt es bei nahezu jedem Klub. Bei den Vienna Capitals bieten sich da gleich mehrere an, die dieses PrĂ€dikat verdienen. Neben Darcy Werenka, Bob Wren und Philippe Lakos, welche wir etwas genauer unter die Lupe nehmen werden, sind auch Spieler wie Benoit Gratton oder auch Rafael Rotter Gelb-Schwarze, die man ohne EinschrĂ€nkung mit dem Verein in Wien Kagran verbindet.

Darcy Werenka: Ein Sir in der Verteidigung

Darcy Werenka ist fĂŒr jeden Fan der Vienna Capitals ein Begriff, auch wenn ihn die meisten als “Sir Darcy Werenka” in Erinnerung behalten haben. Der Abwehrspieler mit österreichisch-kanadischer Doppel-StaatsbĂŒrgerschaft absolvierte insgesamt 7 Saisonen (2003-2010) fĂŒr die Vienna Capitals und kam dabei auf nicht weniger als 357 Spiele in Gelb-Schwarz. Er wurde mit den Caps 2005 Meister und war in 5 Saisonen KapitĂ€n der Wiener.

Wegen seiner fairen Spielweise bekam er von den Fans die Bezeichnung des “Sir”. In dieser feinen Manier versenkte er auch seine SchlagschĂŒsse von der blauen Linien und war selbst als Verteidiger immer einer der Top-Scorer der Vienna Capitals.

Nach seiner Zeit in Wien hÀngte Werenka noch jeweils eine Saison bei den Graz 99ers, den Rouen Dragons (Frankreich) und dem Kapfenberger SV (3. Liga) an, ehe er nach der Saison 2012/13 seine aktive Karriere beendete.

Magic Bobby Wren: Bekannt fĂŒr Interviews

Bob Wren ist einer jener Spieler, der Vereine auch in kurzer Zeit prĂ€gt. In insgesamt vier Saisonen (2004-2007) spielte er fĂŒr die Vienna Capitals und kam dabei auf 153 Spiele. Er wurde mit den Caps in der Saison 2005 Meister und verbuchte insgesamt 72 Tore und 163 Assist fĂŒr den Hauptstadtverein in Gelb-Schwarz.

Im Spiel 7 der Final-Serie 2005 gegen den KAC kam Bobby Wren aufgrund einer Verletzung nicht zum Einsatz. Sein großer Auftritt folgte erst beim spĂ€teren Interview auf der EisflĂ€che, als er eines der wohl legendĂ€rsten Interviews in Österreichs Eishockeyliga gab.

Trotz der verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig kurzen Zeit in Wien, vergaßen die Fans der Vienna Capitals ihren “Magic Bobby” nie. Nicht nur wegen seiner starken Vorlagen & Assists, sondern auch weil er jemand ist, der sein Herz auf der Zunge trĂ€gt.

2014 erhielt Bob Wren die Diagnose Darmkrebs, den er jedoch mit Erfolg ĂŒberstehen konnte. Die Vienna Capitals luden ihn wĂ€hrend seiner Leidenszeit nach Wien ein, wo er aus den Standing Ovations der Fans Kraft schöpfen konnte. Heute ist Wren vollstĂ€ndig genesen und “Magic Bobby” kann es nicht lassen: Er spielt immer noch Eishockey in Deutschland (Stand: Juni 2020).

Philippe Lakos: Einmal Wiener, immer Wiener

Phil Lakos und die Vienna Capitals: Es ist eine Liebesbeziehung. Philippe Lakos kam nach einigen Jahren in Kanada 2003 nach Wien um zu bleiben. Niemand konnte ahnen, dass der junge Wiener nahezu seine ganze Eishockey-Karriere in seiner Heimatstadt verbringen sollte.

Der Verteidiger mit der Nummer 4 checkte und kĂ€mpfte sich in die Herzen der Fans. Er scheute keinen Fight, keinen Check und auch keine anderen Spieler. Lakos spielte bisher (Stand: Juni 2020) insgesamt 17 Saisonen fĂŒr die DonaustĂ€dter, was zeigt wie stark er mit den Caps verbunden ist. Lediglich eine Saison verbrachte er ein kurzes Intermezzo in Innsbruck, das er heute aber offen und ehrlich als Fehler bezeichnet.

Die Capitals sind sein Verein und die Defensivarbeit und HĂ€rte in der Abwehr seine StĂ€rke. In all seinen 851 Liga-Spielen (792 fĂŒr die Caps, 59 fĂŒr die Innsbrucker Haie) sammelte er nicht weniger als 1810 Strafminuten und hĂ€lt damit den All-Time-Liga-Rekord.

Lakos ist auch mit 39 Jahren noch ein verlĂ€sslicher Spieler fĂŒr die Vienna Capitals, sei es in der Kampfmannschaft oder im Farmteam. Darum ist es nicht verwunderlicher, dass Lakos’ Nummer 4 nach Beenden seiner Karriere nicht mehr vergeben wird. Seine Trikotnummer ist die erste und auch bisher einzige Retired Number der Vienna Capitals.

Aktueller Vienna Capitals Kader 2020/21

Der Kader der Vienna Capitals setzt sich fĂŒr die ICE Hockey League Saison 2020/21 aus den nachfolgenden Spielern zusammen. Headcoach ist der NHL-erprobte Kanadier Dave Cameron, der als Co-Trainer seit dieser Saison das Caps-Urgestein Christian Dolezal zur Seite hat.

Tor

  • Bernhard Starkbaum, TorhĂŒter – Österreich, 19. Februar 1986
  • Max Zimmermann, TorhĂŒter – Österreich, 12. September 1999
  • Sebastian Wraneschitz, TorhĂŒter – Österreich, 6. MĂ€rz 2002

Verteidigung

  • Lukas Piff, Verteidiger – Österreich, 12. Dezember 2000
  • Philippe Lakos, Verteidiger – Österreich, 19. August 1980
  • Dominic Hackl, Verteidiger – Österreich, 8. November 1996
  • Jerome Leduc, Verteidiger – Kanada, 30. Juli 1992
  • Patrick Peter, Verteidiger – Österreich, 27. Januar 1994
  • Bernhard Posch, Verteidiger – Österreich, 22. Januar 2001
  • Alex Wall, Verteidiger – Kanada, 1. November 1990
  • Mario Fischer, Verteidiger – Österreich, 5. Mai 1989
  • Timo Pallierer, Verteidiger – Österreich, 21. Juni 2001
  • Brett Flemming, Verteidiger – Kanada, 26. Februar 1991

StĂŒrmer

  • Armin Preiser, StĂŒrmer – Österreich, 18. Dezember 2000
  • Rafael Rotter, StĂŒrmer – Österreich, 14. Juni 1987
  • Ali Wukovits, StĂŒrmer – Österreich, 9. Mai 1996
  • Patrick Antal, StĂŒrmer – Österreich, 24. Oktober 2000
  • Sascha Bauer, StĂŒrmer – Österreich, 30. Januar 1995
  • Alexander Cijan, StĂŒrmer – Österreich, 16. Mai 1994
  • Graham McPhee, StĂŒrmer – USA / Kanada, 24. Juli 1998
  • Julia Grosslercher, StĂŒrmer – Österreich, 5. MĂ€rz 1993
  • Fabio Artner, StĂŒrmer – Österreich, 4. MĂ€rz 1999
  • Ty Loney, StĂŒrmer – USA, 1. MĂ€rz 1992
  • Patrik Kittinger, StĂŒrmer – Österreich, 1. Juni 1996
  • Benjamin Nissner, StĂŒrmer – Österreich, 30. November 1997
  • Colin Campbell, StĂŒrmer – Kanada, 17. April 1991
  • Marco Richter, StĂŒrmer – Österreich, 19. November 1995
  • Taylor Vause, StĂŒrmer – Kanada, 28. September 1991
  • Nikolaus Hartl, StĂŒrmer – Österreich, 18. Dezember 1991

>>> Zum Eishockey-Blog.

Der Eishockey-Blog von Held zu Held.