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Wer wird neuer Kapitän der Vienna Capitals?

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Lange war es (offiziell) ungewiss, auch wenn es Rafael Rotter bereits beim letzten Spiel der Playoff-Finalserie anklingen ließ. Andreas Nödl beendet nach 5 Saisonen in Wien und 2 Jahren als Kapitän der Vienna Capitals mit 32 Jahren seine Karriere. Nödl ist einer von wenigen Österreichern, die die Ehre hatten in der NHL zu spielen. Mit rund 200 NHL-Spielen kann er auf die aktuell viertmeisten absolvierten NHL-Spiele in der österreichischen Eishockey-Geschichte zurückblicken. Im Dress der Caps hat der gebürtige Wiener 333 Spiele absolviert und 2016/2017 den EBEL-Meistertitel gewonnen.

Auf diesem Weg gilt es dem ehemaligen Kapitän der Vienna Capitals DANKE zu sagen. Danke für deine Leidenschaft! Danke für deinen Einsatz! Danke für die Erfahrung, die du mit deinen Mitspielern geteilt hast! Der gebürtige Wiener war während seiner Zeit in Österreich stets nur zum Arbeiten hier. Seine Familie blieb in den USA. Schon während der Saison 2018/2019 gab es erste Anzeichen, dass es Nödl zurück in seine neue Heimat zieht. Er verpasste einige Spiele ohne einen offiziell bekannten Grund. Damals reiste er aus familiären Gründen zu seiner Familie. Sicher ist, dass Nödl große Fußstapfen hinterlässt – sowohl als Spieler als auch als Kapitän. Doch wer soll in die Fußstapfen des ehemaligen Kapitäns treten? Wer wird neuer Captain der Vienna Capitals?

Die Kandidaten für das Kapitäns-Amt der Vienna Capitals

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Wessen Worte werden das bald sein?

Wer wohl eher nicht Kapitän wird

Nicht jeder ist dazu geeignet, das Sprachrohr und der Anführer einer Mannschaft zu sein. Trotzdem halten sich gewisse Kandidaten seit Jahren hartnäckig, wie etwa Phil Lakos. Ja, Lakos ist eine Caps-Legende. Das kann ihm niemand mehr nehmen. Kapitän ist er jedoch – wie er selbst sagt – keiner. Er ist niemand, der das Wort ergreift und gerne vorgibt was zu tun ist. Die Rolle des Alternate Captains hatte er als Aushilfe zwar für einige Spiele inne, darüber hinaus soll es laut ihm aber nicht gehen. Hinzu kommt, dass Lakos diese Saison wohl die Rolle eines Fringe Players einnehmen wird, also sowohl im Farmteam als auch in der Kampfmannschaft im Einsatz sein wird. Insofern eignet er sich auch aus diesem Blickwinkel nicht als Kapitän der Vienna Capitals.

Ein weiterer von den Fans oft geforderter Anwärter ist Rafael Rotter. Der 32-Jährige fungierte die letzten 4 Saison als Alternate Captain und kann ebenso wie Lakos als Caps-Legende bezeichnet werden. Doch ist er aufgrund seines Standings bei Schiedsrichtern und seiner Attacke gegen einen Ref vor einigen Jahren wirklich geeignet dafür die Interessen der Mannschaft dem Schiedsrichterteam zu vermitteln? Wenn es ums Motivieren der eignen Mannschaft geht, gibt es mit Sicherheit nicht viele, die ihm das Wasser reichen können. Aufgrund seiner Vorgeschichte und seiner Eigenschaft recht schnell heiß zu laufen, ist die Nummer 6 der Vienna Capitals wohl nicht wirklich passend als neuer Kapitän. Wenn es so wäre, wäre es wohl er gewesen, der nach Jonathan Ferland das C auf der Brust getragen hätte.

Kapitän der Vienna Capitals? Könnte sein.

Außenseiter-Chancen könnte auch Riley Holzapfel haben. Der Kanadier kann als wahrer Gentleman bezeichnet werden und seine Professionalität ist auf und abseits des Eises allseits bekannt. In der Vergangenheit nahm er bei den Moose Jaw Warriors (WHL) die Rolle des Alternate Captains ein, aber auch die des Captains. In Karlskrona (SHL), wo Holzapfel direkt vor den Vienna Capitals spielte, war er ebenfalls Alternate Captain. Auch bei den Caps sprang er in diese Rolle immer wieder als Aushilfe ein. Die Nummer 21 ist mit Sicherheit kein Mann der lauten Worte, aber definitiv ein Mann der überlegten Worte. Emotionale Ausraster oder nicht durchdachte Handlungen kennt man von ihm nicht. Immer wieder sickerte bei diversen Interviews durch wie groß der Respekt für Riley Hozapfel innerhalb der Mannschaft ist. Eine gute Voraussetzung für den möglichen neuen Kapitän der Wiener. Dennoch gibt es wahrscheinlichere Varianten.

Die Favoriten für das Kapitäns-Amt

Bessere Chancen können Taylor Vause zugesprochen werden. Vause ist ein allseits beliebter Spieler, sowohl bei den Fans, als auch – und das ist viel wichtiger – innerhalb der Mannschaft und bei den Offiziellen. Negative emotionale Entgleisungen am Eis sieht man bei ihm nur selten. Er präsentiert sich stets mit besonnener Einstellung und gelassener Körpersprache. Trotzdem war es immer gut zu sehen, dass er seinen Standpunkt mit der nötigen Vehemenz klarmachen konnte. Auch innerhalb der Mannschaft war das Ansehen für den kanadischen Stürmer, der nicht nur aufgrund des Umgangs mit seiner Krankheit im Profisport ein Vorbild ist, immer gut zu erkennen. Die Nummer 91 absolviert in der kommenden Saison seine 4. Saison im Dress der Caps. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Vause in diesem Jahr statt dem A das C auf der Brust trägt und Kapitän der Vienna Capitals wird.

Ebenfalls gute Chancen hat ein Spieler, den man nicht unbedingt sofort am Radar hat, nämlich Mario Fischer. Der gebürtige Wiener geht in seine 9. Saison im Gelb-Schwarzen Trikot und ist aufgrund seiner Vielseitigkeit ein wertvoller Spieler für die Mannschaft. Sollte einmal – warum auch immer – kein Goalie mehr einsatzbereit sein, wäre es wohl Fischer, der diese Rolle vorübergehend einnehmen würde. Doch was macht ihm zum potenziellen Kapitän der Vienna Capitals? Die Wiener Nummer 50 ist jemand, der sich kein Blatt vor den Mund nimmt und trotzdem die meiste Zeit ruhig agiert. Er ist kein Häferl und bringt dennoch eine gewisse Würze mit. Immer wieder übernahm er in der Vergangenheit aushilfsweise die Rolle des Alternate Captains und scheute keinen Konflikt. Er ist ein Musterbeispiel dafür, sich in den Dienst der Mannschaft zu stellen und somit auch ein Vorbild vor allem für jüngere Spieler. Eigenschaften, die man guten Kapitänen definitiv zuschreibt.

Fazit

Natürlich ist es als Außenstehender schwer zu beurteilen wer am besten als neuer Kapitän der Vienna Capitals geeignet ist. Dennoch kann man die Situation aufgrund der vorhandenen Beobachtungen und Informationen der vergangenen Saisonen einschätzen und Vermutungen aufstellen. Die Entscheidung selbst wird die Mannschaft fällen. Mit 100%iger Sicherheit wird es keiner der Torhüter sein, die aufgrund der Regularien nicht Kapitän in EBEL und CHL sein dürfen. Vermutlich wird das Amt auch auf keinen der neuen Spieler fallen, da man sich natürlich erst kennenlernen muss. Wahrscheinlicher ist es, dass die Wahl auf einen Routinier fallen wird, der mindestens 3 Saisonen in Wien verbracht hat. Eben Routiniers wie es Holzapfel, Vause oder Fischer sind.

Daniel Fehringer von Daniel Fehringer
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