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Österreichische Eishockey-Liga (ICE HL) – Alles zur ehemaligen EBEL


Inhaltsverzeichnis
1. Geschichte der ICE Hockey League
2. Vereine der Liga
3. Spielstätten & Stadien der ICE HL
4. Modus der International Central European Hockey League
5. Erfolgreichste Teams der ICE
6. Führung & Vorstand der Hockey League


Die österreichische Eishockeyliga ist die höchste Spielklasse im österreichischen Eishockey. Seit der Saison 2020/21 läuft sie unter dem Namen Bet-at-home ICE Hockey League (ICE HL). Seit Liga-Neugründung im Jahr 2000 war sie unter anderem auch als EBEL (Erste Bank Eishockey Liga) bekannt. Ein Alleinstellungsmerkmal der österreichischen Eishockey-Liga ist mit Sicherheit ihre Internationalität, die sich durch Vereine aus Österreich, Italien, Ungarn und der Slowakei bemerkbar macht. In der Vergangenheit waren auch Teams aus Tschechien, Kroatien oder Slowenien mit von der Partie.

Auch die Liga-eigene Punkteregel macht die ICE Hockey League so besonders. Durch die Bewertung von Spielern und einem Limit von Legionärsplätzen, soll nicht nur die Ausgeglichenheit innerhalb der Liga gesichert werden, sondern auch nationale Talente und Stars von morgen. Im Anschluss findest du die wichtigsten Informationen zur International Central European Hockey League kompakt zusammengefasst.

Daten & Fakten zur ICEHL

Gründung:2000 (Neugründung)
Anzahl der Vereine:11
Vertretene Nationen:Österreich, Italien, Slowakei, Ungarn
Letzter Meister:KAC (2018/19)
Präsident:Jochen Pildner-Steinburg
Website:www.ice.hockey

Geschichte der österreichischen Eishockey-Liga (ICE HL)

Das österreichische Eishockey kann auf eine lange Tradition ihres nationalen Wettbewerbs zurückblicken. Seit 1964 wird eine regelmäßige, landesweite Meisterschaft ausgetragen. Aufgrund der starken finanziellen und sportlichen Kapazitäten der teilnehmenden Vereine wurde der Modus in den Folgejahren mehrfach abgeändert. Mit der Saison 1967 wurde es den Vereinen erstmal erlaubt zwei ausländische Spieler in den Kader aufzunehmen.  

In den 1970er Jahren erfolgte eine sukzessive Professionalisierung der Liga. Die Etats sowie die Anzahl der Legionäre stiegen an, nebenher kam es zu Verbesserungen der infrastrukturellen Gegebenheiten vieler Vereine. Sportlich war diese Epoche von der Dominanz des KAC geprägt, die mit wenigen Ausnahmen bis zum Ende der 1980er Jahre andauern sollte.  

In Folge sollte sich die Liga mit großen strukturellen Herausforderungen gegenübersehen. Die Etablierung der Alpenliga ab 1991 mit Vereinen aus Slowenien und Italien, sowie die Dominanz der VEU Feldkirch zwang viele Vereine finanziell an ihre Grenzen zu gehen. Ein Rückzug kleiner Vereine in die zweitklassige Nationalliga war das Ergebnis. Den Höhepunkt dieser Entwicklung erreichte man in der Saison 1998/99. In diesem Jahr bestand die Liga lediglich aus dem KAC, dem VSV, dem WEV und der VEU Feldkirch.

Neugründung nach Liga-Crash

Eine Neustrukturierung der österreichischen Eishockeyliga war zwingend erforderlich. Diese sollte in der Saison 2000/01 erfolgen, in der auch erstmals mit Uniqa ein Namenssponsor gewonnen werden konnte.  Mit der Saison 2003/04 übernahm die Erste Bank das Liga-Sponsoring. Die EBEL war geboren und sollte bis einschließlich 2019/20 Bestand haben. 

Die Internationalisierung der Liga zeigt sich erstmals 2006, als mit dem HK Jesenice der erste nicht-österreichische Verein an der Meisterschaft teilnahm. In der Folge sollte sich die EBEL zu einer multinationalen Liga entwickeln mit Vereinen aus Slowenien, Ungarn, Tschechien, Kroatien und Italien. Die EBEL konnte stetig steigende Zuschauerzahlen vermerken, die sie zwischenzeitlich auf Platz 7 des europäischen Rankings führte. Die wechselnde Besetzung der Liga, wie auch die Diskussion um die sinnvolle Beschränkung der ausländischen Spieler sollte die ICE Hockey Liga bis heute begleiten. 

Ein Novum ereignete sich in der Saison 2019/20, in der es, bedingt durch die COVID-19 Pandemie, zu einem Abbruch der Meisterschaft kam. Erstmals seit 1946 konnte der Meister der österreichischen Eishockey-Liga nicht gekürt werden. 

Mit der Saison 2020/21 erfolgte eine Umstrukturierung der Liga. Die Erste Bank beendete ihr Sponsoring und wurde durch Bet-at-home ersetzt. Mit den Bratislava Capitals wurde erstmals ein slowakischer Verein in die Liga aufgenommen. Außerdem bekam die Liga erstmalig einen eigenen Namen, nämlich International Central European Hockey League oder kurz ICE Hockey League.

Vereine der International Central European Hockey League (ICE HL)

Trotz der Tatsache, dass die österreichische Eishockeyliga keinen Auf- und Abstieg kennt hat sich die Zusammenstellung des Teilnehmerfeldes im Laufe der Jahre immer wieder verändert. Neue Vereine bereicherten die Liga, andere mussten – zumeist wegen finanzieller Engpässe – die Liga verlassen. Aktuell stellen elf Vereine die ICE HL dar. Weit mehr als diese elf Teams waren seit Liga-Neugründung Bestandteil der höchsten österreichischen Eishockey-Liga.

Aktuelle Teams der ICE HL

Die ICE Hockey League Saison 2020/21 wird von 11 Mannschaften bestritten. Neben den acht österreichischen Teilnehmern Dornbirn Bulldogs, EC KAC, EC Red Bull Salzburg, EC VSV, Black Wings Linz, Graz 99ers, Vienna Capitals und HC Innsbruck sind drei internationale Vereine beteiligt. Hier gab es im Vergleich zur Saison 2019/20 eine kleine Veränderung.

Der ungarische Vertreter Fehérvár AV19, der bereits seit 2007 Mitglied der Liga ist, bleibt der österreichischen-internationalen Liga weiter erhalten. Aus Italien erweitert der HC Bozen seit 2013 das Teilnehmerfeld. Erstmals ist ab der Saison 2020/21 ein slowakischer Vertreter mit von der ICE HL Partie. Die Bratislava Capitals komplettieren somit die Aufzählung der teilnehmenden Vereine. Der HC Orli Znojmo scheidet hingegen vorübergehend aus, spielt wieder in Tschechien und ist keiner der Vereine der ICE Hockey League.

Ehemalige Vereine der österreichischen Eishockey-Liga

Seit Liga Neugründung mussten einige Vereine ihren Platz in der höchsten Eishockey-Liga Österreichs räumen. Der EV Zeltweg oder auch DEK Schellander schafften etwa nur eine Saison auf dem neuen Top-Niveau. Zell am See stieg genauso wie Kapfenberg 2001/02 aus und der EHC Lustenau nur ein Jahr später.

2003/04, also im ersten Jahr des Bestehens der EBEL, war die ruhmreiche VEU Feldkirch noch Bestandteil des Teilnehmerfeldes. Trotz beeindruckender Erfolge im vergangenen Jahrzehnt, musst man bereits nach dem ersten EBEL-Jahr die Liga wieder verlassen. Bis heute träumen viele heimische Eishockeyfans von der Rückkehr der VEU. 

Im Zuge der Internationalisierung strebte die Liga schon früh danach potente Vereine aus den österreichischen Nachbarländern in die Liga zu integrieren. Sportlich durchaus ein Mehrwert blieben aber der HK Jesenice, Olimpija Ljubljana, Medvescak Zagreb und Orli Znojmo der Liga nicht nachhaltig erhalten. Bei den beiden erstgenannten waren es finanziellen Problemen, die zum Rückzug führten. Etwas anders stellte sich die Situation rund um Zagreb dar. Nach dem Einstieg 2009 und raschem sportlichen Erfolg folgte man nach der Saison 2012/13 dem Lockruf der russischen KHL. 2017 erfolgt die Rückkehr in die EBEL, die man aber aufgrund wiederkehrender finanzieller Probleme nicht abschließen konnte und der Liga abermals den Rücken kehrte. 

2011 bewarb sich der tschechische Verein Orli Znojmo für die Teilnahme in der EBEL. Die Südmähren sollten fortan eine wesentliche sportliche Rolle in der Liga einnehmen, die sie in der Saison 2015/16 bis ins Finale führte. Dort zogen sie allerdings gegen den EC Red Bull Salzburg den Kürzeren. Aufgrund der Auswirkungen der COVID-19 Pandemie musste Znojmo im Mai 2020 den Rückzug aus der EBEL bekanntgeben, nicht jedoch ohne eine zukünftige Rückkehr in Aussicht zu stellen. 

Alle Spielstätten & Stadien

Erstmals in der langen Geschichte der ICE HL befinden sich ab der Saison 2020/21 die beiden größten Spielstätten der teilnehmenden Vereine nicht in Österreich. Der slowakische Vertreter Bratislava Capitals wird seine Heimspiele in der über 10.000 Zuschauer fassenden Ondrej Nepela Arena austragen, der HC Bozen in der Eiswelle (7.200). Das kleinste Liga-Stadion außerhalb von Österreich hat Fehérvár AV19 mit der Gabór Ocskay Junior Eishalle (ungarisch Ifjabb Ocskay Gábor Jégcsarnok) und einer Kapazität von 3.500 Zusehern.

StadionOrtKapazität
Ondrej Nepela ArenaBratislava, Slowakei10.000
Eiswelle / PalaondaBozen, Italien7.200
Erste Bank ArenaWien, Österreich7.022
Eissportzentrum KlagefurtKlagenfurt, Österreich5.088
Keine Sorgen EisarenaLinz, Österreich4.863
Stadthalle VillachVillach, Österreich4.500
Messestadion DornbirnDornbirn, Österreich4.270
Merkur EisstadionGraz, Österreich4.050
Gabór Ocskay Jr. EishalleSzékesfehérvár, Ungarn3.500
Eisarena SalzburgSalzburg, Österreich3.200
TWK ArenaInnsbruck, Österreich3.058

Größte Spielstätte in Österreich ist die Erste Bank Arena der Vienna Capitals in Wien, die 7.022 Zuschauern Platz bietet. Mit dem Eissportzentrum Klagenfurt (5.088), der Stadthalle Villach (4.500) sowie dem Merkur Eisstadion (4.050) verfügen mehrere Vereine der IceHL über traditionelle Spielstätten. Auch in der Keine Sorgen Eisarena in Linz (4.863) und in der Messehalle Dornbirn finden über 4.000 Zuschauer Platz. Die geringsten Kapazitäten weisen die Eisarena in Salzburg (3.200) sowie die Tiroler Wasserkraft Arena in Innsbruck (3.058) auf.

Modus der ICE Hockey League

Der Spielmodus der Liga ist seit der Saison 2011/12 in drei Stufen aufgebaut. Grunddurchgang, Zwischenrunde und Playoffs. Der Grunddurchgang sieht eine doppelte Hin-und Rückrunde vor. Basierend auf dem Tabellenstand werden die Mannschaften für die anschließende Zwischenrunde in zwei Gruppen geteilt. In der oberen Tabellenhälfte wird die Reihung der Setzliste für die Playoffs in einer einfachen Hin- und Rückrunde ausgespielt.

Die Vereine, die sich am Ende des Grunddurchgangs in der unteren Tabellenhälfte wiedergefunden haben, spielen in einer einfachen Hin- und Rückrunde die verbleibenden Plätze für das Playoff aus. Acht Mannschaften qualifizieren sich somit für die ICE HL Playoffs, die zumeist in Best-of-7 Serien im Viertelfinale, Halbfinale und Finale ausgespielt werden. Die Österreichische Eishockeyliga (ehemals EBEL, jetzt ICE Hockey League) sieht prinzipiell keinen Auf- oder Abstieg vor. 

Die erfolgreichsten Teams der österreichischen Eishockey-Liga

Seit der Neuorganisation im Jahr 2000 konnten insbesondere zwei Teams der Liga ihren Stempel aufdrücken. Der EC Red Bull Salzburg, der erst zur Saison 2004/05 der Liga beigetreten ist, konnte seither zehn Mal das Finale erreichen und blieb dabei acht Mal erfolgreich. Kein anderer Verein konnte die Liga seit bestehen öfter gewinnen.

Nur ein Mal weniger (9) durfte der EC KAC in einer Finalserie teilnehmen. Den Meistertitel errang man dabei fünf Mal. Betrachten man die gesamte Geschichte des österreichischen Eishockeys, so sind die 31 Meistertitel des KAC wohl ein Rekord für die Ewigkeit.

Ebenfalls zu den erfolgreichsten Vereinen zählen kann man den HC Bozen. Die Italiener konnten gleich in der ersten teilgenommenen Saison (2012/13) den Meistertitel in der heutigen ICE Hockey League erringen. Auch in der Saison 2017/18 wurden die Bolzano Foxes in der österreichischen Eishockey-Liga Meister.

Mit dem Triple-Sweep in der Saison 2016/17 trugen sich auch die Vienna Capitals mit einem unvergleichbaren Erfolg in die Geschichtsbücher der höchsten Eishockey-Liga Österreichs eintragen. Mit Rekorden im Grunddurchgang und ohne Niederlage in den Playoffs sorgten die Caps aus Wien für eine bisher nie da gewesenen Erfolg eines Liga Vereins. Es war nach 2004/05 der zweite Meistertitel für die Wiener.

Führung & Vorstand der ICE-HL

KR Mag. Jochen Pildner-Steinburg steht der Liga seit Juli 2020 vor. Steinburg, Präsident der Graz99ers war bereits bei der Gründung der Liga aktiv beteiligt. Im Präsidium stehen ihm die Vize-Präsidenten Dr. Karl Safron, Dr. Dieter Knoll, sowie Dr. René Dimter unterstützend zur Seite. 

Alle drei können, ebenso wie Pildner-Steinburg, langjährige Erfahrung in der österreichischen Eishockey-Liga vorweisen: Safron als langdienender Präsident des KAC, Knoll als Geschäftsführer und Sportdirektor des HC Bozen, sowie Dimter als Geschäftsführer des EC Red Bull Salzburg.

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