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Testspiel im August – immer eine Reise wert

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Die Hockeyhelden haben nicht nur den Blick auf die Meisterschaft in der EBEL, sondern sind auch bei anderen Gelegenheiten vor Ort, wie etwa bei einem Testspiel der Vienna Capitals. Heute berichten wir aus Budapest, anlässlich des gestrigen Testspiels gegen MAC Budapest. Aber alles der Reihe nach.

Der amerikanische Schriftsteller Mark Twain hat es einst wunderbar auf den Punkt gebracht: „Man muss reisen, um zu lernen.“ Neue Länder, neue Kulturen und neue Menschen kennenlernen. Nichts bildet uns mehr als solche Erfahrungen. Dafür ist es aber wirklich nicht notwendig ein Flugzeug zu besteigen und tausende Kilometer um den Globus zu jetten. Schon ein kurzer Trip nach Budapest kann einem völlig neue Sichtweisen vermitteln. Insbesondere, wenn sich das verlängerte Wochenende in Wiens Schwesterstadt mit einem Testspiel der Vienna Capitals verbinden lässt. Solche Testspiele im Hochsommer sind übrigens etwas ganz Feines. 30° im Schatten, Urlaubsfeeling und den neuen Spieler zum ersten Mal auf die Kufen schauen. Entspannte Atmosphäre vor und nach dem Spiel rund um die Halle, unkomplizierte Gespräche mit den neuen Legios über Wien und die Caps. Danach gut essen gehen, den Abend mit ganz vielen Eindrücken für die neue Saison ausklingen lassen. Eishockeyherz, was willst du mehr.

Die Pre-Season ist kurz

Vor zwei Jahren war es ein wunderbarerer Ausflug nach Slowenien, heuer die ungarische Hauptstadt. Damals in Ljubljana waren die Stavanger Oilers unser Gegner, dieses Mal MAC Budapest. Aber bei allem Respekt: Der Gegner ist bei solchen Spielen nicht wichtig. Traditionell wird der Saisonaufbau mit einem (Auswärts-) Spiel gegen einen vermeintlich schwächeren Gegner begonnen. Linien und Zusammenspiel werden geschärft, Unstimmigkeiten noch vor dem Saisonstart aus dem Weg geräumt. Viel Zeit ist dafür nicht, denn schon in einer Woche warten die Eisbären aus Berlin bei der diesjährigen Heimpremiere, danach die ersten CHL Spiele und bevor man sich verschaut, startet in knapp einem Monat die Meisterschaft.

MAC Budapest als Testspiel-Gegner der Vienna Capitals

Aber zurück zum eigentlichen Thema, dem Testspiel der Caps gegen MAC Budapest. Spielort ist die Tüskecsarnok, eine Mehrzweckhalle im 11. Bezirk der ungarischen Hauptstadt, Újbuda. MAC spielt seit 2018 in der slowakischen Extraliga, schied dort vergangenen Saison im Viertelfinale aus. Ein paar bekannte Namen stehen im Lineup. Bence Bálics, Chris Carlisle, vor allem aber István Sofron sind einem schon in der EBEL untergekommen. Dagegen stehen die Cracks aus Donaustadt. Zahlreichen Abgängen steht eine Vielzahl von Neuzugängen gegenüber. Vom Goalie bis zu den Sturmreihen hat es einige Änderungen gegeben. Zeit wird’s den Caps 2019/2020 auf die Kufen zu schauen!

Tüskecsarnok, Heimstätte des MAC Budapest

Trotz sommerlichen Temperaturen ist es in der Halle saukalt. Der Besuch der heimischen Fans ist sehr mäßig, dennoch haben ungefähr 30 Caps-Anhänger den Weg nach Ungarn gefunden. Die Caps starten mit Zapolski im Tor, Olden-Holzapfel-Loney im Sturm sowie Wall und Mark Flood in der Verteidigung. Von Beginn an entwickelt sich ein munteres Spiel. Das hätte man so nicht unbedingt von einem „unbedeutenden“ Testspiel Mitte August erwartet. Chancen wechseln sich auf beiden Seiten ab. Neben der zuvor erwähnten ersten Linie können auch die anderen Linien der Wiener durchaus gefallen. Auffällig dabei besonders der 3-Zwerge-Sturm um Rotter, Vause und Hartl, der zeitweise Katz-und-Maus mit der Verteidigung der Hausherren spielt. Noch ahnte keiner, was wenig später die allgemein sehr gute Stimmung auf den Rängen in den Keller sausen lassen wird.

Das 1:0 für die Caps war – trotz der einen oder anderen Chance für Budapest – überfällig. Ebenso das 2:0, aber unmittelbar nach dem Torjubel war eine gewisse Unsicherheit beim Wiener Publikum zu bemerken. Rafael Roter humpelte zur Wechselbank, dann wieder zurück aufs Eis, aber postwendend wieder retour. Da stimmte etwas nicht. Der linke Knöchel womöglich? Und wieder einmal ohne Fremdeinwirkung? Déjà-vu für die Nummer 6?

Rafael Rotter nach seinem verletzungsbedingten Ausfall

Das Spiel plätscherte danach mehr und mehr dahin. Anschlusstreffer Budapest. Die Caps zunehmend müder. Da machte sich ganz offensichtlich das harte Training der letzten Tage bemerkbar. Der empty-net Treffer von Sondre Olden zum 3:1 rundete das Spiel ergebnistechnisch ab. Alles in allem ein überraschend hart geführtes Spiel. Der Ärger so mancher Caps-Cracks über die Gangart der Spieler von MAC Budapest war verständlich und nachvollziehbar. Schließlich ist es Mitte August. Ein Testspiel der Vienna Capitals und des MAC Budapest, nicht mehr.

Erkenntnisse des Testspiels der Vienna Capitals

Was in Erinnerung bleibt sind gute Ansätze der Capitals, deren Sieg zu keinem Zeitpunkt gefährdet war. Nicht übersehen sollte man aber, dass noch einiges fehlt, um die Finalteilnahme der letzten Saison zu wiederholen. Viel zu viele Strafen auf Seiten der Caps, vor allem aber der verletzungsbedingte Ausfall von Rafael Rotter sorgten dafür, dass das anschließende Ausklingen des Tages in der Altstadt der ungarischen Hauptstadt doch nicht ganz so sorgenfrei ablief wie ursprünglich geplant.

Über den Autor

Alexander Pucher
Alexander Pucher

Alexander (geb. 1971) ist Holländisch-Burgenländischer Abstammung, was einem Eishockey nicht unbedingt in die Wiege legt. Das Interesse daran war wohl schon in frühen Jahren vorhanden, aber als bekennender Sport-Junkie neben all den anderen Sportarten noch nicht so ausgeprägt.

Erst kurz nach dem ersten Meistertitel der Vienna Capitals im Jahr 2005 bildete sich langsam, aber umso beständiger das Interesse an Eishockey, der EBEL und ganz besonders den Vienna Capitals heraus. Eine Leidenschaft, deren Ende nicht in Sicht ist...

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