Der Eishockey-Blog von Held zu Held.

Die tägliche Dosis EBEL-News für den Hockeyfan? Es ist schwierig…

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Kurz vor Weihnachten sind die Vienna Capitals wieder auf die Siegerstraße zurückgekehrt. Zwei – mehr oder weniger – souveräne Siege gegen Zagreb und Dornbirn haben die Wiener vor dem zweiten International Break der Saison erneut an die Tabellenspitze gespült. Ab Mitte Dezember verdichtet sich der Spielplan dann noch weiter. Bis zu den heiligen drei Königen stehen neun weitere Spieltage am Programm und ehe man sich versieht, ist der Grunddurchgang auch schon wieder Geschichte. Zwischenrunde, Playoffs, die beste Zeit des Jahres ist nicht mehr weit. König Fußball ruht im verschneiten Österreich. Die Menge der EBEL-News steigt. High Season für alle Hockeyfans.

Die regelmäßigen Hallenbesuche sind fester Bestandteil des Wochenplans. Was aber an den spielfreien Tagen tun, um seine tägliche Dosis an Informationen rund ums Hockey zu bekommen? Beginnen wir den Überblick klassisch und traditionell. Tageszeitungen. Was in der Welt passiert, steht in der Zeitung. Was in der EBEL passiert, steht in der Zeitung. Ja, theoretisch schon. Praktisch mühen sich die Redakteure aber mehr schlecht als recht durch zumeist zähe Nacherzählungen der Spiele. Für all jene, die nicht live vor Ort waren vielleicht ein dankbarer Service. Der Umfang und Informationsgehalt der Berichte ist aber meistens einhergehend mit der Formatgröße. Es ist schwierig…

Apropos Eishockey live: Das gibt es ja auch noch. Seit einigen Jahren teilen sich Sky und Servus TV die Übertragungen der Erste Bank Eishockeyliga. Gut so? Ja, irgendwie schon. Aber man wird den Eindruck nicht los, dass beide Sender das heimische Eishockey nicht unbedingt als ihr Premiumprodukt ansehen. Es soll ja nicht undankbar klingen, aber ist eine vernünftige Vor- und Nachberichterstattung und (vor allem) die eine oder andere wöchentliche Sendung zur Lage der Liga zu viel verlangt. Es fehlt einfach der rote Faden, der Zuschauer anlockt und nachhaltig an den Sport und deren TV-mediale Aufbereitung bindet. Eine Konsequenz der Bedeutung der heimischen Eishockeyliga gegenüber Fußball und alpinem Wintersport? Es ist schwierig…

Print und TV. Solide und beständig, was durchaus als Vor-, aber eben leider auch als Nachteil zu sehen ist. Ganz anders dagegen die Möglichkeiten, Informationen online an den Eishockeyfreund zu bringen. Längst haben Liga und Vereine, aber auch Fans die Sozialen Medien entdeckt. Es wird fest gepostet auf Facebook und Instagram, die letzten News zur Mannschaft getweetet  und die Spiele live aus der Halle getickert.

Auch eine beträchtliche Anzahl an mehr oder weniger professionellen Sportportalen verschickt mittlerweile fast durchgängig ihre Botschaften durch die Onlinelandschaft. Nicht zu vermeiden ist dabei leider die Tatsache, dass es hier nach dem Motto abläuft: „Kennst du eine Seite, kennst du (fast) alle Seiten.“ Copy&Paste lässt grüßen. Die Bandbreite der Qualität dieser Portale schwankt gewaltig. Von reinen News-Teilern bis zu solchen mit regelmäßigen (und ausführlichen) Spielbetrachtungen und Interviews ist dabei alles zu finden. Es ist schwierig…

Trotzdem gab es und gibt es sie! Die Angebote im Internet, die sich wohltuend vom Einheitsbrei der Pflichterfüllung (kurzer Spielbericht, Torschützen und Zuschauerzahl) abheben. Die dem Hockeyfan tatsächlich die Möglichkeit bieten, regelmäßig am Ball („Puck“) zu bleiben. Der Servus Hockey Night Forecheck Podcast von Martin Pfanner war jahrelang so ein Juwel der EBEL-Berichterstattung. Lange Reportage, ausführliche Interviews mit aktiven und ehemaligen Spielern und Trainern, eingehende Analysen der laufenden Spiele. Ein wahres Eldorado für jeden, der einen Blick hinter die Kulissen des Sports und der Liga machen wollte. Verschiedene Umständen haben leider dazu geführt, dass der Podcast nicht mehr fortgeführt werden konnte. Auch persönliches Nachfragen (oder war es eher ein sanftes Drängen) haben das nicht ändern können. Vereinzelt sind noch alte Folgen im Netz zu finden. Reinhören lohnt sich auf alle Fälle. Eine absolute Empfehlung sei hiermit ausgesprochen!

Und dann gibt es da ja noch das österreichische Eishockeyforum. Mit mehr als 13.500 angemeldeten Mitgliedern eine durchaus beachtliche Plattform zum Meinungsaustauch. Über 200 Beiträge werden von Hockeyinteressierten zu den unterschiedlichsten Themen pro Tag erstellt. In ihrer Form meistens etwas reflektierter als so mancher Facebook-Post, der vielleicht aus der ersten Emotion heraus durch das Netz gejagt wird. Überraschend viele (selbsternannte und wahre) Experten des Sports, der Liga und der einzelnen Vereine setzen ein durchaus vielfältiges Bild der Eishockey-Landschaft in Österreich zusammen. Manchmal etwas nerdig, aber definitiv ein Rettungsanker für die tägliche Dosis EBEL-News.

Es wäre natürlich wünschenswert, würde es mehr Möglichkeiten geben sich laufend etwas „tiefer“ mit Eishockey in Österreich beschäftigen zu können. Die Liga steht (trotz allerlei Unkenrufe) nicht schlecht da, Optimierungspotential ist aber gegeben. Von innen heraus scheint sich da wenig zu entwickeln. Umso mehr wäre es zu begrüßen, wenn die individuellen Angebote zunehmen würden. Das kann und soll damit durchaus als Aufruf verstanden werden, sich aktiv daran zu beteiligen, seine Meinung und Expertise zu schreiben, zu  bloggen oder zu podcasten. 

 Es ist schwierig, aber nicht hoffnungslos!

Über den Autor

Alexander Pucher
Alexander Pucher

Alexander (geb. 1971) ist Holländisch-Burgenländischer Abstammung, was einem Eishockey nicht unbedingt in die Wiege legt. Das Interesse daran war wohl schon in frühen Jahren vorhanden, aber als bekennender Sport-Junkie neben all den anderen Sportarten noch nicht so ausgeprägt.

Erst kurz nach dem ersten Meistertitel der Vienna Capitals im Jahr 2005 bildete sich langsam, aber umso beständiger das Interesse an Eishockey, der EBEL und ganz besonders den Vienna Capitals heraus. Eine Leidenschaft, deren Ende nicht in Sicht ist...

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