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Die große EBEL Grunddurchgangsprognose 19/20 – Das sagen die Fans.

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Wenn die Temperaturen draußen merklich sinken und der herbstliche Wind die Sommersonne verbläst, dann ist endlich, endlich wieder Hockeytime. Die Preseason der Vereine ist beendet, CHL und Vorbereitungsspiele sind absolviert. Alles blickt auf den Start der EBEL (Erste Bank Eishockey Liga) 19/20 am kommenden Freitag. Zu dieser Zeit findet man in zahlreichen Medien die bekannten Saisonprognosen. Experten und Journalisten graben die Glaskugeln aus und versuchen mehr oder weniger aussagekräftig, das Potential der einzelnen Vereine abzuklopfen. Pro‘s und Con‘s werden gegenüber­gestellt, um eine Vorhersage der zu erwartenden Tabellenkonstellation zu geben.

Wie aber sehen die Fans der Vereine, die Woche für Woche in die Hallen pilgern um den Cracks auf die Kufen zu schauen die aktuelle Situation? Sollte nicht eine Umfrage unter genau jenen, die Tag für Tag auch die kleinsten Meldungen verfolgen ein repräsentatives Stimmungs­bild der bevorstehenden Saison in der EBEL geben. Genau das wurde durchgeführt und ausgewertet. Hier dürfen wir nun die Ergebnisse präsentieren.

Die Rahmenbedingungen der Umfrage

Das österreichische Eishockeyforum (https://www.eishockeyforum.at) ist die größte heimische Online-Plattform für Diskussionen rund um unseren geliebten Sport. Im Zeitraum von 21. August bis 1. September 2019 wurden Hockey-Interessierte aufgefordert, an einer EBEL-Grunddurchgangsprognose 19/20 teil­zunehmen. Zu erstellen war jeweils eine Rangliste der Vereine nach Beendigung des Grunddurchgangs. Platz 1 bis Platz 11. Einfache Sache. Und doch sind die Ergebnisse vielschichtig und lassen deutliche Schlüsse auf die Saison 19/20 zu. Aber eines nach dem anderen.

Insgesamt haben 112 Personen Tipps abgegeben. Die geographische Verteilung ist dabei eindeutig, fast 3/4 der TeilnehmerInnen lassen sich (aufgrund der Angabe ihres „Lieblingsvereins“) Villach, Linz, Klagenfurt und Wien zuordnen. Um es aber gleich vorweg zu nehmen, eine Strategie der EBEL-Powerhouses nach dem Motto „mein Verein zuerst“ konnte überhaupt nicht festgestellt werden. Kommen wir nun aber ohne weitere Umschweife zum Ergebnis der Umfrage.

Das Ergebnis der EBEL Grunddurchgangsprognose 19/20

Wie sieht die EBEL-Tabelle nach dem 40. Spieltag am 26.01.2020 aus:

Knapp 80% der TeilnehmerInnen sehen entweder Klagenfurt oder Salzburg auf der Topposition. Der Meisterbonus und das weitgehend unveränderte Lineup sind wesentliche Faktoren für die hohe Bewertung des KAC, den 42% der TeilnehmerInnen auf Platz 1 gesetzt haben. Salzburg dagegen wird traditionell vor der Saison hoch gehandelt. Am anderen Ende der Tabelle haben 2 von 3 TipperInnen Innsbruck die rote Laterne überreicht. Der mit Abstand höchste Wert (67%) aller Einzelplatzierungen in der Umfrage. Auf den ersten Blick wenig überraschend. Die interessanten Facts finden sich aber in den Details. Wie sicher haben die Vereine ihren Platz? Wie knapp geht es nach oben und unten zu?

Schaut man sich die durchschnittlichen Platzierungen in der Tabelle oben genauer an, so lassen sich deutliche Brüche in der Tabelle erkennen. Der KAC und Salzburg thronen mit großem Abstand auf den ersten beiden Plätzen. Dahinter mit Respektabstand ein kompaktes Verfolgertrio mit Wien, Linz und Graz. Diese 5 Vereine werden ganz eindeutig in der Pick-Round gesehen, was auch durch den großen Abstand zu Bozen auf Platz 6 deutlich wird. Nach einem weiteren deutlichen Abstand folgen darauf Fehervar und Villach. Znojmo bleibt somit nur der (nach unten sehr gut abgesicherte) 9. Platz vor den Tabellen-Nachzüglern aus dem Westen – Dornbirn und Innsbruck.

Äußerst sicher sind sich die TeilnehmerInnen übrigens bei Bozen. Deren 6. Platz ist fest verankert. Sehr große Abstände nach oben und unten zeigen das deutlich. Sehr knapp geht es dagegen an der Spitze zwischen dem KAC und Salzburg sowie um Platz 7 zwischen Fehervar und den VSV zu. 

Die einzelnen Platzierungen der Grunddurchgangsprognose

Wie aber kommen die einzelnen Platzierungen zu Stande? Sind sich die TeilnehmerInnen grundsätzlich einig über die Position, oder ergeben sie sich als Mittelwert einer großen Spannweite? Insgesamt wurden sieben Vereine auf Platz 1 getippt, eine durchaus beachtliche Zahl! Dagegen aber auch sechs Teams auf den letzten Tabellenplatz, getreu dem Motto „Willst du XYZ oben sehen, musst du die Tabelle drehen“.

Aussagekräftiger aber als manche Einzelmeinung ist sicherlich die Standardabweichung, die angibt, wie sicher sich die TipperInnen bei den einzelnen Platzierungen waren. Die größte Unsicherheit besteht hier bei den Graz 99ers (1,74), die durchwegs von ganz oben bis ganz unten getippt wurden. Hier zeigt sich vermutlich, dass die schlechten Jahre der Murstädter noch nicht ganz vergessen sind, ihnen aber andererseits doch einiges zugetraut wird. Sehr einheitlich waren dagegen die Tipps bei den Spitzenreitern KAC (1,19), Salzburg (1,15) und überraschenderweise bei Znojmo (1,09) auf Platz 9. Fast die Hälfte der TeilnehmerInnen hat sie auf diesen Tabellenrang gesetzt! Den Tschechen wird somit heuer recht wenig zugetraut, jedoch deutlich mehr als Dornbirn und Innsbruck.

Fazit

Im Laufe der zwei Wochen, in denen die Tipps abgegeben wurden, fanden zahlreiche Preseason-Spiele statt. Interessant ist jedoch, dass sich die Platzierung der Vereine trotz Siegen gegen europäische Spitzenmannschaften und Niederlagen gegen vermeintliche „Aufbaugegner“ kaum verändert haben. Auch die Verpflichtung von namhaften Spielern, die Trennung von ebensolchen oder schwere Verletzungen haben das Gesamtbild nicht substantiell verändert. Das abschließende Bild nach über 100 TeilnehmerInnen war schon sehr früh nahezu ohne späterer Veränderung zu sehen. Ein deutliches Zeichen für die Qualität und die Fachkenntnis der abgegebenen Tipps.

Ein Stimmungsbild. Sicherlich. Ein Blick in die Glaskugel. Absolut. Wie jedes Jahr wird es wieder Überraschungen geben. Alte Helden werden untergehen und neue auferstehen. Aber genau das macht doch die Vorfreude aus. Auf den Herbst. Den Winter. Und die kommende EBEL-Saison! Lasset die Spiele beginnen.

Über den Autor

Alexander Pucher
Alexander Pucher

Alexander (geb. 1971) ist Holländisch-Burgenländischer Abstammung, was einem Eishockey nicht unbedingt in die Wiege legt. Das Interesse daran war wohl schon in frühen Jahren vorhanden, aber als bekennender Sport-Junkie neben all den anderen Sportarten noch nicht so ausgeprägt.

Erst kurz nach dem ersten Meistertitel der Vienna Capitals im Jahr 2005 bildete sich langsam, aber umso beständiger das Interesse an Eishockey, der EBEL und ganz besonders den Vienna Capitals heraus. Eine Leidenschaft, deren Ende nicht in Sicht ist...

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